Lasst doch Bundespräsident Wulff in Ruhe!

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Die Kategorie “Dampf ablasen” habe ich mir mal eingerichtet, um Themen aufzugreifen, die mir auf die Nerven gehen. Als persönliches Ventil quasi.

Zum Thema also. Sicher hat unser Bundespräsident Christian Wulff nicht so ganz sauber gehandelt. Warum hat er nicht nach den ersten Verdacht offen gesprochen und besser die volle Wahrheit gesagt? Immer nur so viel wie gerade nötig. Die Herzen hätten ihm zufliegen können, wenn er zu seinem Ziel die Korruptionsbekämpfung gemacht hätte! Aber nein, er hat Andere agieren lassen!

  • Erst der Kredit von Frau Geerkens, der später ein Kredit von Egon Geerkens war.
  • Das Anzeigen-Sponsoring von Carsten Maschmeyer für Christian Wulffs Buch “Besser die Wahrheit”.  Hm, besser die Wahrheit!
  • Besonders günstige Konditionen bei der BW-Bank. Konditionen von denen wir nur Träumen können.
  • Drohungen an den Redakteur Kai Diekmann. Und dann auch noch auf den AB.
  • Verschiedene von Freunden gesponserte Urlaubsreisen und Hotelaufenthalte.

Ach ja, da war ja noch die Wahl. Das Klammern von Wulff an den Posten des Ministerpräsidenten bis die Wahl zum Bundespräsidenten fest stand fand ich zu mindestens unschön. Joachim Gauck hat mir damals deutlich besser gefallen. Denn sein Gegner Christian Wulff trägt für mich eine Maske, die er gerade in den letzten Tagen nur noch schwer bewahren konnte. Gauck nicht.

Der Titel des Artikels “Lasst doch Bundespräsident Wulff in Ruhe!” ist natürlich etwas ironisch gemeint. Etwas, weil wir keinen besseren Bundespräsidenten verdient haben. Wir sind es doch, die das kurze Gedächtnis haben und bei den nächsten Wahlen im schlimmsten Falle gar nicht erst wählen gehen.

Passenderweise ist mir der Link zu einer RTL-Reportage in die Hände gefallen. Titel “Wie EU-Abgeordnete absahnen”

RTL gehört nun nicht zum Sender meines Vertrauens, was neutrale Berichterstattung betrifft. Was ich da gesehen habe sieht mir aber nicht nach einem Fake aus und übertrieben erscheint es mir auch nicht. Ich kann nicht ermessen, wie viele EU-Abgeordnete das EU-Selbstbedienungsgeschäft nutzen. Die Möglichkeit allein lässt meinen Blutdruck steigen.

Die werden alle von unseren Steuergeldern bezahlt. Ein Kommentar zu dem Bericht hat mir sehr gut gefallen:

“Als Arbeit oder viel mehr menschliche- Arbeit, darf man nur jene Tätigkeit bezeichnen, die Werte erzeugt! All diese „Abgeordneten“ und Politiker im Allgemeinen erzeugen aber keine Werte, sondern vernichten sie viel mehr und dass in jeder Hinsicht.”

Aber, wie bereits erwähnt, wir haben es nicht besser verdient. Organisationen wie “Wir sind 99 Prozent”, “Occupy …”, “Demokratie jetzt” und viele andere versuchen gegen die Exzesse unserer Politik und Wirtschaft anzugehen. Aber wer beteiligt sich schon aktiv an deren Arbeit? Vom Sofa aus die Meinung zu äußern verklingt ungehört.

Warum nicht mal vom Zuschauer zu Akteur werden? Alle Ventile öffnen und Dampf ablassen?

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